Glühen im Lohn in Siegen
Mit unseren hochmodernen Glühöfen behandeln wir Ihre Werkstücke mit größter Sorgfalt und technischem Know-how bereits seit 20 Jahren. Je nach Anforderung verwenden wir dabei unterschiedliche Glühverfahren – vom Normalglühen über Weichglühen bis hin zum Spannungsarmglühen und weiteren Verfahren – und garantieren Ihnen somit perfekte Ergebnisse bei großen und kleinen Bauteilen. Vor allem die Herausforderung spezieller Anfragen übernehmen wir gerne.
IHRE VORTEILE BEIM LOHNGLÜHEN MIT DEBUS
Individueller Ansprechpartner: Persönlicher und schneller Service ist uns besonders wichtig. Deshalb legen wir großen Wert darauf, dass Sie einen eigenen Ansprechpartner bekommen, der über ihre Anforderungen und Bedürfnisse vollständig informiert ist. So können Sie sich auf eine ideale Betreuung während des gesamten Prozesses verlassen.
Zertifizierte Qualität: Wir kontrollieren unsere Vorgänge gründlich bei jedem Schritt und sind ständig auf der Suche nach möglichen Optimierungen. Unsere hohen Qualitätsansprüche und die exakt aufeinander abgestimmten Betriebsabläufe sind dabei nach DIN EN ISO 9001 zertifiziert.
Flexible Komplettlösungen: Mit Hilfe unserer acht unterschiedlichen Glühöfen können wir jeden Auftrag präzise und individuell bearbeiten. Selbst große Bauteile mit bis zu 15 Metern Länge oder einem Gewicht von bis zu 100 Tonnen stellen für uns kein Problem dar.
Geringe Kosten: In den meisten Betrieben lohnt sich eine eigene Anschaffung der benötigten Geräte für den gesamten Bearbeitungsprozess nicht. Deshalb bieten wir Ihnen Glühen im Lohn an, um Ihre Kosten in der Herstellung möglichst niedrig zu halten.
Zeitnahe Bearbeitung: Damit Ihre Werkstücke ohne große Verzögerungen weiterverarbeitet werden können, kümmern wir uns so schnell wie möglich um deren Bearbeitung. Dadurch werden mögliche Engpässe in Ihrem Betriebsablauf verhindert.
Langjährige Kompetenz: Seit 1996 bieten wir Ihnen passgenaue Lösungen für Ihre spezifischen Anforderungen. Sprechen Sie jetzt mit uns darüber, wie wir Ihnen mit unserer Erfahrung im Lohnglühen helfen können.

25 Jahre Erfahrung
Für sämtliche Branchen bearbeiten wir seit mittlerweile 25 Jahren Werkstücke und Maschinenteile aller Art mit höchsten Anforderungen für die Industrie.

Punktgenaue Temperatur-Überwachungen
Unsere digitalen Prozesse ermöglichen Echtzeit-Messungen zu jedem Zeitpunkt des Glühvorgangs. So garantieren wir Ihnen fälschungssichere Dokumentationen.

Individuelle Testglühungen
Bis das Material Ihren Anforderungen entspricht, ermöglichen wir gerne individuelle Testglühungen und stehen Ihnen mit Erfahrung und Beratung zur Seite.

Was ist eigentlich "Glühen"?
Das Glühen bildet ein äußerst vielfältiges Teilgebiet der Wärmebehandlung. Durch die unterschiedlichen Glühprozesse werden die mechanischen Eigenschaften des Stahls verändert und seine Temperaturbeständigkeit, Oberflächenhärte sowie Duktilität verbessert. Mittels dieser Technik kann die Lebensdauer Ihrer behandelten Werkstücke deutlich verlängert werden. Mit den verschiedenen Glühverfahren Normalglühen, Spannungsarmglühen und Weichglühen bereiten wir in unserer Glüherei in Kreuztal-Buschhütten nahe Siegen den Stahl ideal auf die Weiterverarbeitung vor.
Anlassen gehört zu den Niedrigtemperaturverfahren und wird angewendet, wenn das Material noch zu spröde ist. Durch den Prozess des Anlassens wird die optimale Einstellung des Verhältnisses zwischen Zähigkeit und Festigkeit (Härte) erreicht und die Verschleißbeständigkeit des Werkstücks erhöht. Die zwei wichtigsten Parameter des Anlassens sind die Anlasstemperatur und die Anlassdauer – diese variieren je nach Material und Zielsetzung.
Das Glühen (Glühen auf kugeligen Zementit) wird angewendet, wenn Stähle einen Kohlenstoffgehalt > 0,8 % besitzen (übereutektoide Stähle). Dabei ähnelt das Verfahren dem des Weichglühens, jedoch mit dem Ziel der Erreichung von kugeligen Karbiden anstatt einer kugeligen, perlitischen Grundstruktur. Auch dieses Glühverfahren dient zur Optimierung der Eigenschaften, um nachfolgende Bearbeitungsschritte zu vereinfachen und ein qualitativ hochwertiges Ergebnis zu erzielen.
Entgegen der meisten Glühverfahren, mit denen eine Kornverfeinerung des Gefüges erreicht wird, erlangt man durch Grobkornglühen eine gewollte Vergröberung. Das Hauptziel ist die bessere Spanbarkeit für weitere Bearbeitungsschritte. Das Verfahren wird bei Temperaturen zwischen 650°C – 1.100°C durchgeführt, wobei der ausreichenden Dauer der Abkühlung eine besondere Gewichtung zukommt: Um Spannungen des Materials klein zu halten erfolgt zunächst die lange, langsame Abkühlung im Ofen. Im Anschluss daran wird das Werkstück noch zusätzlich an der Luft abgekühlt.
Das Verfahren des Homogenisierens wenden wir an, um die beim Gießen, Schmieden oder Walzen entstandenen Unterschiede in der Zusammensetzung und chemischen Konzentration von Legierungselementen zu beseitigen. Die Konzentrationsunterschiede können Härteunterschiede und innere Spannungen am Werkstück verursachen. Durch Homogenisierung bzw. Homogenglühen mit Temperaturen dicht unterhalb der Schmelzlinie – bei Aluminium bei 480°C bis 520°C – verteilen sich die Legierungselemente besser im Material, so dass sich das Material besser bearbeiten lässt.
Insbesondere hochbelastete Bauteile, wie Fahrwerk-, Karosserie- und Motorteile werden heute aus Aluminiumlegierungen gefertigt. Umso wichtiger ist es, dass das Material durch eine entsprechend präzise Wärmebehandlung seine nötige Festigkeit erhält. Lösungsglühen wird bei allen ausscheidungsfähigen, aushärtbaren Legierungen angewendet und löst die Karbidausscheidungen im Gefüge, wodurch der Abbau von Kaltverfestigungen erzielt wird. Die darauffolgende extrem schnelle Abkühlung an der Luft verhindert Neubildungen von Kaltverfestigungen. So wird erreicht, dass die Struktur des behandelten Gefüges auch bei Raumtemperatur Bestand und eine langlebige Qualität aufweist.
Das Normalglühen oder auch Normalisieren genannt, verfeinert das Gefüge und sorgt für eine weitgehend gleichmäßige Struktur. Durch die Bearbeitung des Stahls (Walzen, Schmieden) wird er stark beansprucht und dadurch oft grobkörnig. Mit Hilfe des Normalglühens können wir den Ausgangszustand des Stahls wiederherstellen. Um die Unregelmäßigkeiten im Gefüge zu beseitigen, wandeln wir durch exakte Erwärmung in unseren Glühöfen den bestehenden Zementit in Austenit um. Grobkörnige und ungleichmäßige Gefügestrukturen werden in neue und feine austenitische Strukturen umgewandelt. Der Stahl erreicht dadurch deutlich höhere Zähigkeitswerte, vor allem im Bereich der Kaltzähigkeit.
Stähle sind im Laufe der Produktion mehreren Umformungsprozessen ausgesetzt bis sie ihren Endzustand erreichen. Durch sogenannte Kaltverformungen, wie Ziehen, Walzen, Pressen oder Stauchen wird das Gefüge in der Verformungsrichtung gestreckt und die Festigkeit steigt an, jedoch nimmt die Verformbarkeit ab. Für weitere Umformungsprozesse bedeutet das ein erhöhtes Risiko der Rissbildung, wodurch gerade mehrstufige Umformungsprozesse nur noch schwer realisiert werden können. Aus diesem Grund müssen vor jedem mehrstufigen Umformungsprozess die verformten Kristalle eines Gefüges wieder in ihre Ausgangslage gebracht werden. Dazu dient das Rekristallisationsglühen. Ziel ist es den Stahl wieder zäher und grobkörniger zu machen. Rekristallisationsglühen wird bei 500°C bis 750°C durchgeführt und unterscheidet sich zum Weichglühen durch kürzere Haltezeiten.
Um die Rissempfindlichkeit und Dauerschwingfestigkeit zu verhindern, setzen wir auf die Methode des Spannungsarmglühens. Bei Temperaturen zwischen 450° C und 650° C wird die innere Spannung des Werkstücks reduziert, welche durch ungleichmäßige Temperatureinflüsse oder mechanische Beanspruchung (Schweißen, Biegen) entstanden sind. Wir von DEBUS Glühen setzen auf eine gleichmäßige und langsame Erwärmung sowie Abkühlung, damit neue Risse, Spannungen oder sogar Verzug in der weiteren Verarbeitung der Werkstücke vermieden werden.
- Lösungsglühen
Das Lösungsglühen erfolgt knapp unterhalb der Schmelztemperatur der Aluminiumlegierung – meist im Temperaturbereich zwischen 460° bis 560°C. Durch die hohe Temperatur ausgelöste Diffusionsgeschwindigkeit lassen sich grobe Bestandteile im Gefüge lösen, die für die mechanischen Eigenschaften des Werkstoffes nachteilig sind. - Abschrecken
Im Anschluss an das Lösungsglühen erfolgt das Abschrecken. Notwendig ist dieser Prozessschritt, um eine Ausscheidung der übersättigt gelösten Bestandteile zu vermeiden und Legierungselemente gleichmäßig zu verteilen. Ihr Aluminium-Gefüge ist nun einphasig und metastabil. - Warmauslagern oder Kaltauslagern
Nach dem Lösungsglühen und dem Abschrecken werden Ihre Gussstücke oder Bauteile in Abhängigkeit von der Legierungszusammensetzung mehrere Tage bei Raumtemperatur kaltausgelagert, mehrere Stunden bei mäßig erhöhter Temperatur warmausgelagert oder beide Vorgänge erfolgen nacheinander, um durch Entmischungsvorgänge die gewünschten Festigkeitseigenschaften zu erzielen. Mit Beginn der Warmauslagerung setzt die langsame Ausscheidung der übersättigt gelösten Bestandteile ein. Gleichzeitig nehmen Festigkeit und Härte zu, bis sie ihren Höchstwert erreicht haben. Der einphasige Werkstoff hat sich in den zweiphasigen übersättigten Ausgangszustand umgewandelt, welcher dann als T6-Zustand bezeichnet wird.
Mit geringer Hitze wenden wir von DEBUS Glühen das Weichglühen an, um Werkstoffe leichter verformbar zu machen. Das Weichglühen erfolgt mit anschließendem langsamen Abkühlen. Durch mehrstündiges Glühen auf 680° C bis 750° C – je nach Kohlenstoffanteil – werden die Spannungen im Werkstoff abgebaut und ein weicher und möglichst spannungsarmer Zustand wird erreicht. Ihre Werkstücke lassen sich dadurch deutlich leichter zerspanen, gleichzeitig wird die Kaltverformbarkeit verbessert.
Dieses besondere Glühverfahren hat die Erreichung eines bestimmten Härtebereichs Ihres Werkstücks zum Ziel. Vergleichbar ist das Ferritisch-Perlitisches-Glühen verfahrenstechnisch mit dem Perlitisieren. Nach dem Grobkornglühen wird die Abkühlung jedoch bewusst unterbrochen und in mehrere Staffelungen unterteilt, um die Bildung eines ausgewogen ferritisch-perlitischen Gefüges erzielen zu können.
Ferritglühen ist das Weichglühen für Gusswerkstoffe. Bei Gusseisen wird durch das Ferritisieren die Auflösung des freien Zementits sowie des im Perlit vorliegenden Zementits in Ferrit und Graphit angestrebt, was zu einer deutlichen Absenkung der Härte führt. Die Reduzierung der Härte wiederum ist für eine erhöhte Zerspanbarkeit erforderlich. Je nach Materialsorte werden die Temperaturbereiche von 700°C – 760 °C, von 790°C – 900°C oder auch von 900°C – 950°C gewählt. Anschließend erfolgt die langsame Abkühlung im Ofen bei 250°C bis 300°C.